Amphibien aus der ganzen Welt…

…würde ich hier gerne zeigen. Entsprechende Exemplare aus Australien fehlen leider noch, aber beginnend mit dem heimischen Saarland, über Afrika, Asien und Amerika, kamen dennoch schon ein paar hübsche Exemplare zusammen.

Zunächst aber ein paar Infos zu

Unterschieden zwischen Amphibien und Reptilien


Der hauptsächliche Unterschied ist, dass Amphibien eine Metamorphose erfahren – Reptilien aber nicht.
Am Beispiel eines Froschs bedeutet dies vereinfacht: befruchteter Laich => Kaulquappe => Frosch.
Einhergehend mit der Metamorphose wechseln Amphibien auch den Lebensraum. Wiederum beim Frosch heißt das: Laich und Kaulquappe leben noch im Wasser, der „fertige“ Frosch ist dann (zum großen Teil) ein Landbewohner. Laubfrösche suchen zum Beispiel nur während der Paarungszeit das Wasser auf, danach leben sie oben in den Bäumen, Sträuchern und Büschen. Reptilien benötigen zur Fortpflanzung nicht unbedingt das Wasser.

Amphibien bevorzugen eher feuchte Lebensräume und benötigen nicht viel Sonne und Wärme.
Reptilien hingegen benötigen trockene und gut besonnte Lebensräume.

Ein weiterer Unterschied ist die Haut. Die Haut der Amphibien ist ohne Schuppen und sehr feucht, während sie bei den Reptilien schuppenbedeckt und sehr trocken ist.

Beide – Amphibien und Reptilien – sind wechselwarm. Während der „Wohlfühlbereich“ bei den Reptilien schnell mal um die 30°C liegt, sind Amphibien, wie der Molch und der Feuersalamander, auch bei 10°C und weniger aktiv und auf Beutesuche bzw zur Paarung unterwegs.

Es gibt noch mehr Unterscheidungsmerkmale, wie z.B. Nahrung und Atmung, aber für das „schnelle Erkennen“ von Amphibien reicht das oben beschriebene aus.

Hier jetzt erstmal ein paar Beispiele zu

Amphibien in Deutschland


Eine farbenfrohe, recht häufig vorkommende, aber schwer aufzufindende Amphibie ist der

Feuersalamander


Den Feuersalamander erkennt man sofort an den leuchtenden gelben Flecken auf schwarzem Grund.
Er gehört zu den Schwanzlurchen und kann bis zu 20cm lang werden.
Die Feuersalamander werden unterschieden in „salamandra salamandra“ und „salamandra terrestris“: bei der Unterart „terrestris“ ist die gelbe Färbung eher gebändert, während sie bei der Unterart „salamandra“ mehr gefleckt (gepunktet) ist.
Anders als die anderen Amphibienarten ist der Feuersalamander lebend gebärend, d.h. er setzt fertig entwickelte Larven, die Kiemen haben, vornehmlich in klarem Quellwasser ab.

Feuersalamander im Mandelbachtal im Saarland

Feuersalamander

So schön er auch ist – man findet ihn nicht leicht, den Feuersalamander.
Am besten ist man nachts, bei ca.15°C und leichtem Nieselregen im Laubmischwald unterwegs. Dann ist die Chance zumindest theoretisch relativ hoch.
Praktisch bedeutet es für uns, dass wir sage und schreibe 4 Jahre benötigt haben, um bei den oben beschriebenen Optimal-Bedingungen unseren ersten Feuersalamander zu finden.
Zwischenzeitlich kennen wir einen „Feuersalamander-Hotspot“, bei dem es bei entsprechender Witterung schon fast eine Garantie auf diese Schwanzlurche gibt.
Die Ruinen und Stützwände des Heidelberger Schlosses sind ein wahres „Feuersalamander-El-Dorado“ – mehr als 20 verschiedene Tiere hatten wir dort an einem einzigen Abend gefunden. Noch dazu gibt es neben den Salamandern dort auch Kröten und Molche.

Aktuell ist der Fortbestand der Feuersalamander in Deutschland stark durch einen Hautpilz gefährdet. „Salamanderfresser“ wird der Pilz, der in Holland fast schon alle Feuersalamander ausgerottet hat, auch genannt. Ein paar Infos hierzu findet Ihr hier.

Ein wahres Highlight unter den Amphibien ist der

Laubfrosch


Aus mehreren Gründen ist der Laubfrosch nicht leicht zu finden: er ist relativ klein und er stellt hohe Anforderungen an die Gewässer, in denen er laicht.
Lediglich 3-5cm ist der Laubfrosch groß und auf Grund seiner blattgrünen Farbe ist er im umgebenden Grün der Natur außerordentlich gut getarnt.
Zur Paarung benötigt der Laubfrosch fischfreie Stillgewässer, wobei das „fischfrei“ wohl das Hauptproblem ist, warum die Bestände des Laubfroschs immer weiter zurückgehen. Viele Aquarianer setzen ihre Fische, die nicht mehr benötigt werden, irgendwo aus. Das Auffressen des Laichs von Fröschen ist dann die mögliche Konsequenz.

Laubfrosch in der Oberpfalz in Bayern

Laubfrosch

Mir ist im Saarland kein einziger Ort bekannt, wo es noch natürliche Vorkommen des Laubfroschs gibt.
Außerhalb der Paarungs- und Fortpflanzungszeit benötigt diese Amphibie Hochstauden und Gehölze in der Nähe des Laichgewässers, wo er in Höhen bis zu 30 Metern vorkommen kann. Hierbei sind ihm seine Haftscheiben (Saugnäpfe) an den Füßen absolut hilfreich.

Ähnlich der Suche nach dem Feuersalamander, haben wir auch wahnsinnig viel Zeit in die Suche nach einem Laubfrosch investiert – dies allerdings immer vergebens.
Bei Recherchen im Internet bin ich dann auf einen Naturfreund in der bayerischen Oberpfalz gestoßen, der mich mit auf eine „Laubfrosch-Tour“ nahm (was im Übrigen nicht selbstverständlich ist: die meisten aller „Fachleute“ zeigen wenig Hilfsbereitschaft – versteckt hinter dem Deckmantel des Artenschutzes).
Gleich beim ersten Mal waren wir dort erfolgreich und schon nach 20 Metern saß auf dem Feldweg ein kleiner, putzmunterer und frech in die Welt schauender Laubfrosch.
Einfach toll, diese Tierchen…

Eine weitere richtig schöne und heimische Amphibie ist die

Gelbbauchunke


Wie der Name schon vermuten lässt, hat die Gelbbauchunke einen gelb gefleckten Bauch.
Sie bevorzugt, wie der Laubfrosch, fischfreie Stillgewässer, in deren Nähe sie lebt und in denen sie laicht. Hier reichen oftmals schon Spurrillen von Fahrzeugen, in denen sich Wasser sammelt. Auch die Größe der Gelbbauchunke ist mit dem Laubfrosch vergleichbar: mit 2,5 bis 5 Zentimetern sind auch die Gelbbauchunken relativ kleine Amphibien.

Gelbbauchunke auf einer Halde im Saarland

Gelbbauchunke

Mit meiner ersten Gelbbauchunke war ich vergleichsweise schnell erfolgreich. An einem lauen Spätsommerabend zog es uns auf eine Halde im Saarland, wo es relativ viele Stillgewässer gibt. Neben der Wechselkröte hatten wir dort auch mehrere Gelbbauchunken gefunden. Für ein Bild dieser Amphibie braucht man aber recht viel Geduld: im Vergleich zu Fröschen und Kröten will sie nämlich gar nicht fotografiert werden und haut mit sehr weiten Sätzen sehr schnell ab.

Auf der oben beschriebenen Halde wohnte als direkter Nachbar der Gelbbauchunke auch der „Star unter den Kröten“, die

Wechselkröte


Im Vergleich zur Gelbbauchunke ist die Wechselkröte eine eher gemächliche Amphibie. „Unsere Wechselkröten“ posierten förmlich – im Wasser und außerhalb.
Der Lebensraum der Wechselkröte ist ähnlich dem der Gelbbauchunken, was uns das Auffinden enorm erleichterte.

Wechselkröte auf einer Halde im Saarland

Wechselkröte

Die Wechselkröte kann bis zu neun Zentimeter groß werden und ist durch ihre Musterung eindeutig erkennbar.
Hinsichtlich der Fortpflanzung erbringt die Wechselkröte Höchstleistungen: eine Laichschnur kann aus 2.000 bis 15.000 Eiern bestehen.

Neben dem Muster wirkten die Augen dieser Amphibie beeindruckend auf mich: leuchtend gelb- bis goldfarben. Fast schon außerirdisch schön…

Ein naher Verwandter der Wechselkröte ist die

Kreuzkröte


Zu finden ist die Kreuzkröte vorrangig in Sandgruben, wo sie während der Laichzeit oft schon von Weitem zu hören ist.
Die Kreuzkröte ist, wenn sie sich nicht gerade halb eingebuddelt hat oder der Sand auf ihr klebt, gut am durchgängigen hellen Längsstreifen in der Mitte des Rückens zu erkennen.

Kreuzkröte in einer Sandgrube in Bayern

Kreuzkröte

Die Kreuzkröten, die ich gefunden habe, waren keine großen „Springer“, dafür haben sie sich schnell rennend fortbewegt.
Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich mich flach auf den Boden – in beste Aufnahmeposition – gelegt habe, um dann zu merken, dass die Kreuzkröte schon wieder viel weiter war.

Ohne größere Schwierigkeiten kann man die

Erdkröte


finden.
Erdkröten sind mit bis zu 11cm Länge vergleichsweise große Amphibien und bei der Wahl des Lebensraums nicht sonderlich wählerisch.
Eine „idiotensichere“ Art Erdkröten zu finden, ist es, während der Zeit der Krötenwanderung die Eimer entlang des Krötenzauns abzulaufen.

Krötenwanderung Homburg Saarland Taubental Kirkeler Wald Kröte Molch Bergmolch Fadenmolch März 2019 Ausflüge im Saarland

Krötenwanderung in Homburg / Saarland

Je nach Temperatur befinden sich mehrere Lagen Erdkröten in den Eimern, wobei die Weibchen die „faulen“ Männchen oft schon „Huckepack“ zum Laichgewässer tragen.
Dort besteht dann eine Laichschnur aus circa 5.000 Eiern – nicht ganz so viel, wie bei der Wechselkröte, wo es 15.000 Eier sein können, aber um einiges mehr als bei der Geburtshelferkröte, die es nur auf einige Dutzend bringt.
Die Erdkröte ist unspektakulär braun und sehr warzig.

Oft findet man im Eimer am Krötenzaun nicht nur Erdkröten, sondern auch den

Bergmolch


Der Bergmolch ist gut an seinem gelb-orange bis rötlich gefärbtem Bauch zu erkennen. Dies macht ihn unverwechselbar zu anderen Molchen.
Mit einer Größe von +/- 10 Zentimetern Länge ist der Bergmolch eine relativ große Amphibie und auch deshalb gut zu finden.
Außerhalb der Laichzeit ist wiederum das Heidelberger Schloss eine gute Adresse, wenn man Bergmolche sucht.

Krötenwanderung Homburg Saarland Taubental Kirkeler Wald Kröte Molch Bergmolch Fadenmolch März 2019 Ausflüge im Saarland

Krötenwanderung in Homburg / Saarland – hier: Bergmolch

Dort kann man adulte Tiere in den Felsspalten feuchter Trockenmauern finden und junge Tiere auf dem Weg von den Brunnen, wo sie die Metamorphose durchlebt haben, zum neuen „Wohnort“. Aber Achtung: die Jungtiere sind wirklich winzig, kaum zu erkennen und deshalb stark gefährdet durch Fußgänger und Fahrradfahrer.

Einige hübsche

Amphibien außerhalb von Deutschland


habe ich auch schon finden können bzw sehen dürfen.

Costa Rica


ist hierbei ein Hot Spot, was die Froschwelt angeht.
Rotaugenlaubfrösche sind neben den Pfeilgiftfröschen wahrscheinlich die bekanntesten Vertreter der mittelamerikanischen Frösche.

Rotaugenlaubfrosch im Regenwald von Costa Rica

Rotaugenlaubfrosch

Bei unserer Nachtwanderung im Regenwald sprang ein Rotaugenlaubfrosch sogar auf die Stirnlampe eines Teilnehmers.
Scheu scheinen diese Tierchen nicht zu sein.

In

Thailand


kommt die Schwarznarbenkröte recht häufig vor.
Zu drollig fand ich dieses Exemplar, das im nächsten Leben wohl ein Bullterrier werden will.

Tierwelt im Isaan Nakhon Ratchasima Khorat (Korat) Kroete

Tierwelt im Isaan / Nakhon Ratchasima (Korat)

Deshalb heißt dieses Bild auch „Der Türsteher“.

Jetzt zu meinen gesammelten Amphibien-Bildern.
Zum Vergrößern einfach anklicken.

Fotos

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