50.000 Elefanten gibt es in ganz Asien nur noch – davon sind ca. 2/3 wild lebend, 1/3 lebt in Gefangenschaft, die Tendenz geht jedoch eindeutig zu mehr in Gefangenschaft lebenden Tieren.

Bei den in Gefangenschaft lebenden Tieren handelt es sich im Wesentlichen um Arbeitselefanten. Abgesehen davon, dass das Leben eines Arbeitselefanten nicht unbedingt lebenswert ist, ist es ein weiteres Problem, dass sich Arbeitselefanten aus 2 Gründen in der Regel kaum vermehren können:
1. Um ihrem Kaufpreis (in Laos bis zu 70.000 US$ für einen jungen Elefanten) gerecht zu werden, müssen sie so viel als möglich arbeiten.
2. Arbeitselefanten sind meist isoliert von ihren Artgenossen und verlieren somit jegliches Sozial- und Fortpflanzungsverhalten.

Der Fortbestand der in Gefangenschaft gehaltenen Elefanten ist umso wichtiger, da Wilderei das Überleben der wilden Elefanten in Laos schier unmöglich erscheinen lässt.
Das Elephant Conservation Center (ECC) hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, früheren Arbeitselefanten ein schönes und elefantengerechtes neues Zuhause zu geben, kranke Elefanten aufzupäppeln und als Fernziel Elefanten zu züchten, um diese später möglichst auswildern zu können.
Hierfür wurde extra das „Baby Bonus Programm“ aufgesetzt: Mahouts können mit ihren Elefanten zum ECC kommen und diese zur Fortpflanzung zur Verfügung stellen; das Elephant Conservation Center übernimmt dann den Gewinnausfall das Mahouts, stellt aber hierdurch einen kleinen Teil der nächsten Elefantengeneration sicher. Wenn möglich werden Mutter und Baby auch zum ECC hinzu gekauft.

Anders als bei vielen anderen Elefanten Camps, steht im Elephant Conservation Center noch der Elefant im Vordergrund:
At the ECC, elephants are not here for you. You are here for them…
…ist deshalb auch der Slogan des Elephant Conservation Centers.

Besucher des ECC dürfen, weder auf den Elefanten reiten, noch mit diesen baden.
Vielmehr steht das Beobachten von und das Lernen über Elefanten im Vordergrund.

Wie schauten unsere Tage im Elephant Conservation Center aus?


Als wir gegen Mittag im ECC ankamen, hatten wir zunächst eine Elefantenmutter mit Baby besucht. Beiden durfte man nicht zu Nahe kommen, da die Mutter wohl sehr auf ihr Baby acht gibt. Als nächstes Stand ein Besuch des Elefantenkrankenhauses (dem einzigen in Laos) auf dem Programm. Die Tierärztin erklärte ihre Arbeit und vieles Wissenswerte „rund um den Elefant“. Anschließend wurde man mit den Sicherheitsregeln im Umgang mit Elefanten vertraut gemacht, ehe man, nach dem Bad der Elefanten, richtigen Kontakt zu den Tieren aufnehmen durfte und diese auch zum Nachtlager in den Dschungel begleiten konnte. Vor dem Abendessen gab es dann noch einen einstündigen „Conservation Talk“ gemeinsam mit der Tierärztin.
Am Vormittag des zweiten Tages stand wieder Beobachtung der Elefanten auf dem Programm: Abholen der Elefanten von ihrem Nachtlager im Dschungel und das Begleiten der Tiere zu ihrem „Morgen-Bad“. Ein Schauspiel für sich, wie sich die Tiere bei der vorherrschenden Gluthitze im Wasser suhlen…
Nachdem die Elefanten gebadet hatten, wurden sie zum Fressen in den Dschungel gelassen – man selbst hatte die Möglichkeit die Tiere von einem der Beobachtungstürme weiterhin zu beobachten.
Am Nachmittag des zweiten Tages sollte es nach dem erneuten Baden der Elefanten wieder etwas Theorie geben: Wie werden die Elefanten trainiert, so dass sie auch nach negativen Erfahrungen freiwillig zum Elefantenkrankenhaus gehen? Die Theorie musste leider durch die Praxis ersetzt werden, da der Elefantenbulle Thong Khoun in der Realität an einem Geschwür behandelt werden musste. Als ihm die Behandlung zu lange und / oder zu schmerzhaft wurde, hatte er das Randalieren angefangen und die „Behandlungszelle“ demoliert.
Am dritten und letzten Tag wurde zunächst erläutert, warum es einer “Enrichment Area“ bedarf: Den Elefanten soll die Möglichkeit gegeben werden, die Sinne zu trainieren und dabei das Sozialverhalten zu fördern. Insgesamt soll damit der Elefanten-Alltag im Center bereichert werden. Wie kann man dies bei Elefanten am besten erreichen? Da sie ohnehin 17 Stunden am Tag fressen natürlich mit Futtersuche. Wir durften Futter vorbereiten und verstecken, um dann die Elefanten dabei beobachten zu können wie sie nach und nach geduldig jedes Versteck auskundschafteten um Zuckerrohr und Bananenstauden vertilgen zu können.
Vielleicht ist dies auch der richtige Weg, um Mae Khoun zu resozialisieren. Mae Khoun (in 2017 mittlerweile 39 Jahre alt) lebte isoliert von anderen Elefanten bei ihrem Mahout als Arbeitselefant. Seit nunmehr 3 Jahren ist sie im ECC und es fällt ihr bislang schwer Kontakt zu den anderen Elefanten aufzunehmen. Lediglich wenn Mae Khoun gemeinsam mit dem 5 jährigen Suriya (ein Elefantenjunge, der auch „naughty boy“ genannt wird) und der Anführerin der Herde Mae Kham Ohn in der Enrichment Area nach Fressen suchen darf, lässt sich erhoffen, dass Mae Khoun eines Tages auch noch Mitglied der Herde werden könne.

Wie findet man das Elephant Conservation Center?


Es liegt in der Provinz Sayaboury, ca. 2 Autostunden von Luang Prabang entfernt.
Bei Anmeldung für einen Besuch wird man kostenlos mit dem Shuttlebus des ECC von Luang Prabang abgeholt und auch wieder zurück gebracht.
Buchen könnt ihr über www.elephantconservationcenter.com

Die 3 Tage, die wir im ECC verbrachten, haben sich komplett gelohnt. Wir konnten viel über Elefanten lernen und hatten die Möglichkeit zu viel Interaktion. Die Unterkunft ist zwar sehr „basic“, aber ansonsten ist unsere Weiterempfehlungsrate für einen Besuch 100%.

Und jetzt noch ein paar bildhafte Eindrücke unseres Besuchs bei den laotischen Elefanten:

Fotos

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