Sabaidee im Land der 1.000.000 Elefanten

Das erste Ziel unseres Laos Aufenthalts war Luang Prabang, hoch oben im Norden des Landes.

Luang Prabang war früher die Hauptstadt von Laos und ist heute, nach Vientiane und Pakse, die drittgrößte Stadt des Landes. Ganz Luang Prabang wurde 1995 zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Unsere Unternehmungen am ersten Tag in Luang Prabang starteten früh morgens um 05:30 Uhr, als wir losmarschiert sind, um den allmorgendlichen

Almosengang der Mönche

zu sehen.
Wir hielten uns, weit ab vom Zentrum, als einzige Nicht-Laoten in einer stillen Seitenstraße auf, um bereits die einheimischen Familien bei ihren Vorbereitungen für den Almosengang fasziniert zu beobachten. Körbe mit Klebereis und diversen anderen Lebensmitteln und Süßigkeiten werden bereitgestellt, um eine Spende an die Mönche geben zu können. Ein Großteil der Frauen trägt hierbei die herrliche laotische Tracht.
Kleine Kinder stehen am Ende der Schlange mit eigenen Gefäßen oder Tüten parat, da die Mönche alles Erhaltene was sie selbst nicht benötigen wieder zurück spenden. So manche Süßigkeit bleibt für die Kinder sicherlich immer übrig.
Das eigentliche Spenden der Almosen geht dann relativ schnell. Circa 30 Mönche tauchten in einer langen und geordneten Schlange auf, erhielten ihre Spenden und spendeten zurück und schon war der ganze Spuk wieder vorbei.
Eine ergreifende Stimmung macht sich zwangsläufig in einem breit, wenn man die Verbundenheit der Leute zum Buddhismus so hautnah erleben darf.

Weiter ging es zum

Wat Mai

Hier hatten wir auf Grund des Zeitpunkts unserer Reise (zweite Aprilhälfte) die Möglichkeit Zeremonien zum buddhistischen Neujahr pimai miterleben zu können. Der Buddha, der eigentlich im Gebetshaus des Königs (beim Nationalmuseum) steht, wurde in einer farbenprächtigen Prozession zum Waschen zum Wat Mai gebracht.
Die Prozession wurde von Mönchen sowie Laotinnen und Laoten in traditionellen Kostümen und mit Opfergaben begleitet.
Weil die Gläubigen den Buddha nicht direkt „waschen“ dürfen, wird hierfür eine „Waschanlage“ installiert – eine Art Wasserrutsche, an deren hohem Ende das Wasser zugegeben wird bis es dem Gefälle folgend am tieferen Ende auf den Buddha „regnet“.

Weitere sehenswerte Tempel sind der Wat Visoun (Wat Wisunalat) und der Wat Xieng Thong.

Eigentlich könnte man Tage in Luang Prabang verbringen, ohne dass es langweilig wird. Aber auch das nähere Umland hat viel zu bieten. So sind da zum Beispiel die

Pak-Ou-Höhlen

Mit dem Boot fährt man circa 2 Stunden 30 Kilometer den Mekong (=Mutter aller Flüsse) flussaufwärts, bis man bei den Pak-Ou-Höhlen ankommt.
Man findet zwei Höhlen: die untere Höhle heißt Tam-Ting-Höhle und ist für uns die schönere der beiden Höhlen, nicht zuletzt weil sie neben den vielen Buddhas und einem schönem Tempel auch einen herrlichen Blick auf das gegenüberliegende Flussufer freigibt. Die obere Höhle heißt Tam-Phum-Höhle. Den Zugang zu dieser Höhle muss man sich hart erkämpfen, indem man (wieder einmal) gefühlt endlos lange und endlos steile Stufen hinauf marschieren muss.
In den Pak-Ou-Höhlen wurden mehr als 4.000 Buddhas angesammelt, wofür es zwei verschiedene Theorien gibt.
Eine Theorie besagt, dass ein König forderte, dass sich die Bevölkerung weg vom Glauben an Schutzgeister hin zum Buddhismus bewegen solle. Da in den Pak-Ou-Höhlen Wassergeister wohnten, lag es nahe, die Höhlen zu einem buddhistischen Tempel umzufunktionieren.
Eine andere Theorie besagt, dass die Bevölkerung während Kriegen ihre Buddha-Skulpturen zum Schutz vor Zerstörung in den Pak-Ou-Höhlen versteckte und nach Kriegsende dann dort ließ.
Beide Theorien sind schön und, egal welche die Richtige ist: die Höhlen sind einfach beeindruckend.

Neben Tempeln und Kultur war dann auch noch etwas Natur an der Reihe, und zwar der

Kuang-Si-Wasserfall

Wie so oft gibt es auch für den Namen dieses Wasserfalls keine einheitliche Schreibweise. Manche schreiben Kuang-Si, manche schreiben Khouang Xi, wieder andere schreiben noch ganz anders. Egal…
Wie schon beschrieben, waren wir um das buddhistische Neujahrsfest in Luang Prabang, mit dem Effekt, dass an dem Tag an dem wir den Kuang-Si-Wasserfall besuchten, Feiertag war. Somit war der Picknick-Park entlang der einzelnen Bassins des Wasserfalls hoffnungslos überlaufen. Auch in den einzelnen Bassins tummelten sich unglaublich viele Leute, so dass aufgewühlter Sand das ansonsten türkisblaue Wasser etwas trübte.
Dennoch war der Weg an den einzelnen Becken vorbei zum Wasserfall ein Augenschmaus. Kuang-Si ist ein absolutes Muss…

Man könnte bei Luang Prabang immer weiter erzählen: der Morgenmarkt und der Nachtmarkt sind nicht spektakulär aber einfach hübsch, der Mekong verleiht der Stadt ein besonderes Flair, die teils gut erhaltenen französischen Kolonialhäuser versprühen Charme…
Ja, man könnte Tage hier verbringen, aber leider mussten (und durften) wir dann weiter ins Elephant Conservation Center in Sayaboury.
Aber nach Luang Prabang kommen wir bestimmt nochmal zurück…

Fotos


Von Luang Prabang ging es zum Elephant Conservation Center

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