Sansibar

Nach Sansibar getrieben hat uns natürlich wieder einmal das Tauchen.
Aber auch über Wasser hat Sansibar so Einiges zu bieten.

Was ist eigentlich Sansibar?
Sansibar ist ein Archipel, östlich von Tansania, im Indischen Ozean gelegen.
Der Archipel wird gebildet aus der Hauptinsel Unguja (landläufig als Sansibar bezeichnet), der Insel Pemba und der Latham-Insel (jeweils samt kleinerer Nebeninseln).
Während unseres Aufenthalts befanden wir uns ausschließlich auf Unguja und dort wiederum, ganz im Norden der Insel, im Fischer-Örtchen

NUNGWI

Es ist ein herrliches Bild, wenn am späten Nachmittag die Fischer ihre Boote bereit machen und zum Fischfang aufbrechen.
Bei Dutzenden traditioneller Dhows werden die weißen Segel gesetzt und dann die Boote in Richtung Norden gesteuert.
Zeitgleich fangen bunt gekleidete Frauen mit Netzen in Strandnähe den Fisch noch „von Hand“…

Wie überall auf Sansibar, sind auch die Einwohner von Nungwi Moslems.
Bereits ab dem Kindesalter laufen die Mädchen verschleiert auf der Straße; entsprechend rücksichtsvoll sollte man auch sich selbst kleiden (Schulter und Beine bedeckt), wenn man los geht um den Ort zu erkunden.

Richtig viel gibt es hier in Nungwi ja nicht zu erleben, so dass der

Mnarani Marine Turtles Conservation Pond

eine willkommene kleine Abwechslung darstellt.
Einerseits sollen dem Besucher Meeresschildkröten an sich näher gebracht werden, andererseits werden verletzte und kleine Tiere „aufgepäppelt“ und auf ihren großen Tag, den 10. Februar eines jeden Jahres, vorbereitet. Der 10.02. ist der Gründungstag dieses Projekts und an eben jenem Tag werden jährlich die gesunden Tiere zurück ins Meer gebracht.

Etwa im „Herzen“ Sansibars liegt der

JOZANI CHWAKA BAY NATIONAL PARK

oder auch kurz und knapp: Jozani Forest.
Was macht den Jozani Forest zu einem MUSS für jeden Sansibar-Urlauber?
Es sind die „roten Sansibar-Stummelaffen“ (oder auch Colobus-Affen).
Ein Teil der Namensgebung geht auf den fehlenden Daumen zurück, von dem nur ein kleiner Stummel übrig ist (Colobus = Stummel).
Die Bezeichnung „rot“ im Namen dieser auf Sansibar endemischen Unterart, kommt vom intensiv rot gezeichneten Rückenfell.

Während unseres Besuchs waren die Colobus-Affen gut gelaunt, so dass wir fast eine Stunde Zeit mit ihnen bzw. in deren unmittelbarer Nähe verbringen konnten. Die Affen boten ein eindrucksvolles Schauspiel, wie sich von Ast zu Ast durch die Bäume jagten…

Als weitere Affenart gibt es im Park neben den Colobus-Affen noch die „Black Monkeys“, welche auf Deutsch – was ja völlig logisch ist – die „blauen Affen“ heißen.

Kleinere Antilopenarten, die es hier ebenfalls gibt, wie auch das ein oder andere Chamäleon, haben wir leider nicht zu Gesicht bekommen.

STONE TOWN

Ein ausgiebiger Besuch von Stone Town ist ein weiteres MUSS bei einem Aufenthalt auf Sansibar.

Wenn man durch die engen Gassen von Stone Town marschiert, kann man – trotz des heute allgegenwärtigem morbidem Charmes des Verfallenen – erahnen, welche Pracht hier früher vorhanden gewesenen sein muss.

Bedauerlicher Weise rührte der Reichtum, der dieser Pracht zu Grunde lag, zum Teil aus dem Sklavenhandel her.

Dem Thema „Sklavenhandel“ widmet sich deshalb ausgiebig und eindrucksvoll ein bebildertes Museum in unmittelbarer Nähe der anglikanischen Kathedrale – beeindruckend und vor allem bedrückend…
Ein Museum, dass einen Besuch wert ist, auch wenn man grundsätzlich kein Museumsgänger ist.

Ein weiteres Highlight in Stone Town ist der Markt.
Auf dem

Darajani Markt

wird so ziemlich alles angeboten und verkauft, was man brauchen kann.
Hier waren es die Lebensmittelabteilungen – Fisch und Fleisch – die einen bleibenden Eindruck hinterließen.
Schade, dass man im Internet noch keine Gerüche teilen kann…

In der Fischabteilung wird im Markt noch konsequent nach Groß- und Einzelhandel unterschieden. Angelieferter Fisch wird im ersten Hallenbereich über den Großhändler verkauft, ehe er in der anschließenden Halle von den Einzelhändlern an die Endkunden feil geboten wird.

Anders ist es bei den Fleischhändlern – diese besorgen sich ihr Fleisch (ausschließlich Rind und Ziege; kein Schwein) direkt bei den Bauern auf dem Land, um es dann auf dem Markt weiter zu verkaufen…

Traurig bestellt ist es mittlerweile auch um das

House of Wonders

Auch diesem Gebäude sieht man noch an, was es einmal für ein Prachtbau gewesen sein muss.
Das erste Haus auf dem afrikanischen Kontinent mit Strom, Wasser- und Abwassersystem und einem Aufzug.
Von dem Glanz bleibt heute nicht viel: nach einem teilweisen Einsturz an einer Gebäudeecke fehlt das Geld für Sanierungen, so dass das House of Wonders gegenwärtig für Besucher gesperrt ist.

Man sollte Stone Town noch erleben, solange es noch erlebenswert ist…

Während einer kleinen Rundfahrt durch den Norden der Insel, besuchten wir noch die Orte Mkokotoni, Kidichi, Kidimni und Mchangani.
In

MKOKOTONI

gibt es einen hübschen, kleinen Markt, den es sich anzuschauen lohnt.
Der Markt liegt direkt am natürlichen Hafen.
Demzufolge wird neben Obst und Gemüse natürlich auch frischer Fisch verkauft.
Hakuna Matata denken sich die Fischersleute, wenn sie zwischen zwei Ausfahrten da sitzen und gemeinsames Spiel Bao spielen, um sich die Zeit zu vertreiben.

Im Örtchen

KIDICHI

kann man einen schönen Eindruck vom Landleben Sansibars bekommen.
Zudem sind die Leute hier, verglichen zu den Einwohnern von Nungwi, ausgesprochen offen für Besucher und extrem freundlich. Allen voran die Kinder, die uns herzlich begrüßten und ständig begleiteten…

Sansibar war in jedem Fall einen Besuch wert…

Hinterlasst gerne Eure Meinungen und Fragen zu Sansibar, zu Stone Town und zu anderen Zielen vor Ort – am Ende der Bilder in der Kommentarzeile…
Die nachfolgenden Bilder können durch Anklicken vergrößert werden…

Fotos

Eine Vorstellung samt Fotos zum Tauchen um Nungwi an Sansibars Nordspitze findet Ihr hier

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